Hasel (Leuciscus leuciscus)

Schneller Schwimmer und geselliger Schwarmfisch der Äschen- und Barbenregion

Der Hasel – ein Vertreter der Karpfenartigen (Cypriniden) - ist ein in kleinen Schwärmen lebender, geselliger Fisch. Besiedelt werden vor allem Fließgewässer von der Äschen- bis hin zur Barbenregion, es gibt aber immer wieder kleinere Vorkommen in stehenden Gewässern, wie etwa im Mondsee oder früher auch im Traunsee (Hauer 2007). Der Hasel ist als schneller Schwimmer bekannt. Mit seinem kleinen, unterständigen Maul  frisst der Hasel vor allem Insektenlarven und wirbellose Bodentiere, aber auch Anflugnahrung wird in der wärmeren Jahreszeit gerne genommen. Pflanzliche Nahrung wird von der Hasel keineswegs verschmäht.

Je nach Wassertemperatur beginnt die Laichzeit oft schon im März: somit ist der Hasel meist der erste unter den Karpfenartigen am Laichplatz. Er zieht flussaufwärts in die Zuflüsse: abgelaicht wird über Kiesgrund, wobei relativ seichte, überströmte Schotter- oder Kiesbänke bevorzugt werden. Die klebrigen Eier bleiben am Sediment haften, werden aber durch die Strömung verteilt, wodurch man die Haseleier verstreut auffindet. Nach etwa 260 Tagesgraden schlüpfen die Larven mit einer Länge von sieben bis acht Millimeter und sind deutlich größer als die Larven anderer in Europa lebender Karpfenfische. Die Milchner bilden während der Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag, der zwar optisch oft schwer erkennbar, dafür aber durch die raue Oberfläche gut fühlbar ist.

Der Hasel wird wohl am häufigsten mit dem Aitel (oder Döbel) verwechselt: typisch für den Hasel ist sein kleines, unterständiges Maul. Im Gegensatz zum Aitel reicht die Maulspalte nicht bis zum Vorderrand der Augen zurück. Die Schuppen sind verhältnismäßig groß, die Färbung reicht von Graublau-Graugrün auf der Körperoberseite über silbrige Seiten bis hin zu einem weiß eingefärbten Bauch. Die Flossen können farblos aber auch leicht orange eingefärbt sein.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Aitel ist die Form der Afterflosse: bei der Hasel ist diese nach innen gewölbt (konkav), beim Aitel eben nach außen gewölbt (konvex).

Wie die meisten Flussfischarten, so ist der Hasel in seinem Bestand vor allem gefährdet durch Wanderhindernisse und Barrieren, der Verbauung und Regulierung der Gewässer, sowie dem Fehlen der entsprechenden Laichhabitate.  Der Hasel ist aber imstande, rückgebaute Gewässer wieder rasch zu besiedeln, sofern in angrenzenden Abschnitten noch Haselbestände vorhanden sind.

Der Hasel ist in folgenden Bundesländern ganzjährig geschont:
Salzburg
Vorarlberg

In den Bundesländern Wien, NÖ und OÖ reicht die Schonzeit vom 16. März bis zum 31. Mai, in der Steiermark beginnt die Schonzeit bereits am 1. März. Eine gesetzliche Mindestlänge gibt es nur in OÖ mit 15 cm.

Quelle:

Hauer W. (2007): Fische – Krebse – Muscheln, Leopold Stocker Verlag, Graz

Otfried Wüstemann, Bernd Kammerad (1995): Der Hasel. Westarp Wissenschaften, Magdeburg, ISBN 3-89432-447-3.

(Foto: © Akos Harka, Vadasz-patak (tributary of the R. Hernad), Szikszo, Hungary published at fishbase.org)