Edelkrebs (Astacus astacus)

Der Edelkrebs ist die größte einheimische Flusskrebsart. Die Männchen erreichen eine Länge von bis zu 20 cm, während die Weibchen mit maximal 15 cm etwas kleiner bleiben. Die Tiere sind meist einheitlich braun gefärbt, wobei die Variationsbreite der Färbung von rot über braun bis blau reichen kann. Die großen, breiten Scheren weisen an der Oberseite eine starke Körnung auf. Hinter den Augen sind die für die Artunterscheidung wichtigen Postorbitalknoten zu finden, von denen der Edelkrebs auf jeder Körperseite zwei besitzt.

Die Paarung erfolgt von Oktober bis November bei etwa 10°C Wassertemperatur. Die befruchteten Eier haften an den Beinen unter dem Hinterleib des Weibchens und werden bis zum folgenden Sommer mitgetragen. Nach vier Jahren sind die Tiere ausgewachsen und geschlechtsreif und erreichen ein Alter bis zu 15 Jahre. Edelkrebse bewohnen langsam fließende Gewässer sowie Seen und Teiche. Sie benötigen klares, sauerstoffreiches Wasser, das im Sommer nicht wärmer als 25°C wird. Sie sind nachtaktive Bodenbewohner und benötigen strukturierte Gewässer und Uferböschungen mit Versteckmöglichkeiten. Tagsüber verbergen sich die Tiere in selbst gegrabenen Uferhöhen sowie unter Steinen oder Totholz. Der Edelkrebs gilt als ausgesprochen ortstreu und zeigt nur eine geringe Tendenz zur Ausbreitung.

Faktoren für den Rückgang der Edelkrebsbestände sind in der Regulierung der Gewässer und dem damit verbundenen Habitatrückgang zu sehen sowie durch die Einführung von amerikanischen Krebsarten. Die um 1860 aus Amerika importierte Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) gefährdet die heimischen Bestände am meisten. Der Signalkrebs ist mit einem Pilz (Aphanomyces astaci) befallen, der sogenannten „Krebspest“, gegen den er selbst teilresistent ist, der aber für die europäischen Flusskrebsarten innerhalb weniger Wochen tödlich ist. Infizierte Krebse zeigen Lähmungserscheinungen und weisen oft einen watteähnlichen Belag an den Gelenken auf.

Der heimische Edelkrebs gehört somit zu den am meisten gefährdeten Spezies. In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Österreichs wird der Edelkrebs als „stark gefährdet“ eingestuft.

(Text: Klaus Berg, LFV Oberösterreich; Bild: Clemens Ratschan)