Schneider (Alburnoides bipunctatus)

Dieser zur Familie der karpfenartigen gehörende, lebhafte und gesellige Schwarmfisch mit seiner auffälligen Seitenlinie ist ohne große Scheu, wird durchschnittlich etwa 5-14 cm lang und bewohnt vor allem naturnahe Fließgewässer der Äschen- und tw. Barbenregion. Wobei von adulten Exemplaren bevorzugt Bereiche aufgesucht werden, die sich nahe zu tieferen Gumpen befinden.  Jungfische hingegen bevorzugen eher flachere, langsam fließende Zonen mit sandigem oder leicht kiesigem Substrat. Gerne hält sich diese Fischart auch in der Nähe von schützendem Wurzelwerk in der Gesellschaft von Gründlingen, Bachschmerlen und Elritzen auf.

Auffälligstes Merkmal ist seine dunkel gesäumte Seitenlinie, die mit etwas Vorstellungskraft an eine vom Schneider, mit Nadel und Faden, gemachte Naht erinnert und im Bereich der Bauchflossen eine markante Kurve aufweist. Der sehr leicht erhöhte Rücken des Schneiders ist grün/braun. Die Schuppen sind auffällig groß für diesen Kleinfisch. Oberhalb der markanten Seitenlinie kann man einen dunklen Streifen erkennen.  Die Brustflossen, Bauchflossen und Afterflosse sind orange/rot an der Wurzel umsäumt. Verwechseln könnte man den Schneider mit der Laube, allerdings ist das Maul der Laube oberständig und beim Schneider endständig. Der Strömer sieht dem Schneider zwar ähnlich, weist jedoch eine gelbliche Seitenlinie auf.

Die bevorzugte Nahrung des Schneiders sind Kleinlebewesen wie Insekten, Anflugnahrung, Schnecken und Würmer. Die Laichzeit des Schneiders ist zwischen Mai und Juni wo dieser auf Kies laicht. Schneider sind vom Aussterben bedroht und haben daher ganzjährig Schonzeit.

Schneider können zwar zeitweise höhere Wassertemperaturen wesentlich besser vertragen als vergleichsweise Bachforellen und Äschen, sind allerdings gegenüber Veränderungen des Gewässers und insbesondere gegen Verunreinigungen (z.B. Abwasserbelastungen etc.) sehr sensibel. In Niederösterreich werden nach verschiedensten Revitalisierungsmaßnahmen zumindest einige Fließgewässer (Mündungsgebiete der Donau, Pielach, Gr. Erlauf) wieder vom Schneider zurückerobert, was als ein positives Signal für die Zukunft gewertet werden darf.

(Text: Geschäftsstelle NÖ LFV; Bild: Michael Jung)

Quellen:

Dr. Harald Gebhardt, Andreas Ness; Fische, Süßwasserfische sowie Arten der Nord- und Ostsee, BLV Buchverlag GmbH & Co. KG

Wolfgang Hauer, Fische Krebse Muscheln in heimischen Seen und Flüssen, Leopold Stocker Verlag